Caspar Benedikt Beckenkamp

Bildnismaler

geboren: 1747 in Ehrenbreitstein
gestorben: 1828 in Köln

Viele historische Umbrüche im Rheinland zwischen Revolution und Säkularisation beeinflussten Beckenkamps Lebensweg und Werk mit vielen Porträts rheinischer (insbesondere Kölner) Kaufleute, Kleriker, Kunstliebhaber und Herrscher. Seine erste Schaffensphase ist geprägt vom späten Rokoko. Er malte Bilder mit religiösen Motiven und erlernte in Frankfurt die Landschaftsmalerei. 1784 bis 1785 lebte Beckenkamp in Bonn und war mit der Familie Ludwig van Beethovens befreundet. 1785 ließ er sich aus wirtschaftlichen Gründen in Köln nieder. An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert folgen strengere klassizistische Bildnisse. In seiner letzten Schaffensphase findet man etwa in den idealisierenden Familienporträts für seinen Freund, den Kölner Kupferstecher Johann Heinrigs, deutliche Einflüsse des Biedermeier.

Die romantische Begeisterung für Architektur und Malerei des Mittelalters machte Beckenkamp im Kreis um Ferdinand Franz Wallraf und Eberhard von Groote zu einem bekannten Maler. Seine anspruchsvollen Kopien hatten Wirkung für das Wiederaufleben mittelalterlicher Kunst und religiösen Lebens. Insbesondere zu erwähnen ist hier das im Kölner Rathaus befindliche dreiteilige Tafelgemälde (Triptychon), besser bekannt unter der Bezeichnung "Dombild", eine im Auftrag des Königs von Preußen angefertigte großformatige Kopie nach dem Altar der Stadtpatrone. Das Original des Altargemäldes fertigte um 1440 Stefan Lochner an, der auch unter dem Namen Meister Stephan bekannt ist. In der Kirche des Kapuzinerklosters bei Cochem befinden sich elf einfache Tafelgemälde des Künstlers, die um 1750 angefertigt wurden. Im Mittelrhein-Museum in Koblenz findet man weitere Werke des Künstlers, wie auch im Beethoven-Haus in Bonn. Das von Krahe 1787 erbaute Schauspielhaus in Koblenz wurde von Beckenkamp verziert.