Clemens Wenzeslaus Coudray

Bedeutender Architekt und Stadtplaner des Klassizismus

geboren: 23. November 1775 in Ehrenbreitstein
gestorben: 4. Oktober 1845 in Weimar

Clemens Wenzeslaus Coudray wird als Sohn eines Tapezierers und Dekorateurs in Ehrenbreitstein bei Koblenz geboren.  Seine Lehre zum Tapezierer und Dekorateur, welche er 1789 im Alter von 14 Jahren begann, bringt Coudray das Basiswissen im praktischen Umgang mit Materialien. Hierbei lernt er frühzeitig die Kosten von Materialien, sowie die Kosten für die Verarbeitung der Materialien zu bestimmen.

Erste Arbeiten in Frankfurt am Main als Innenraumgestalter für den Künstler und Geschäftsmann Rumpf. 1796 kommt Coudray erstmals mit Friedrich Schuricht (1753-1832), einem deutschen Vertreter der klassizistischen Baukunst in Dresden, Bauhausmuseumzusammen. Dem ersten Teil seiner Autobiografie ist zu entnehmen, dass in dieser Zeit sein Verlangen wächst die Architektur intensiver zu studieren. Das 1799 in Berlin begonnene Studium brach Coudray nach kurzer Zeit ab, studierte jedoch im Jahr darauf in Paris bei Jean Nicolas Louis Durand (1760-1834) weiter. Dieser hatte an der École Polytechnique den Lehrstuhl für Architekturtheorie inne. Im elften Jahr nach der Französischen Revolution von 1789 wurden hier vor allen Dingen die architekturtheoretischen Anschauungen der Revolutionsarchitekten vermittelt, zu denen auch Etienne Louis Boullée (1729-1799) gehörte - Durands Lehrer. Durand entwickelte dessen Theorien weiter. Clemens Wenzeslaus Coudray beendet 1804 sein Studium und die praktische Arbeit in Durands Privatatelier. 1804-1816 Hofarchitekt und Professor am Lyceum in Fulda. Nach einer Studienreise nach Italien hält Coudray Vorlesungen basierend auf Durands Theorieen und wird mit diversen stadtplanerischen Tätigkeiten betraut.

1810 heiratet Coudray Veronica Schild. Im Befreiungskrieg gegen Napoleon wird C. mit diversen militärischen Aufgaben betraut, u.a. Festungsbau in Hanau und Kommandierung eines Feldlazaretts. 20. April: Verpflichtung als Großherzoglicher Oberbaudirektor in Weimar. Es begann Coudrays Schaffensphase in Weimar, welche 29 Jahre andauerte. Durch hartes Arbeiten verdient er sich bei Großherzog Carl August schnell Ansehen. Die neu geschaffene Oberbaudirektion, der er vorstand, bestand Anfangs nur auf Papier, sodass Coudray gezwungen war seinen Wirkungskreis selbst zu organisieren. Hierzu legte er einen schriftlichen Plan vor. In dieser Zeit wurde der Geheimrat Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) ein guter Freund Coudrays, der ihn bei Planungsschwierigkeiten oft am Herzoglichen Hofe unterstützte. Coudrays Hauptaufgabe bestand in der Planung von einzelnen Gebäuden bis hin zur Planung von ganzen Straßen, welche jedoch nur Teils ausgeführt wurden. Die zweite Hauptaufgabe seiner Arbeit in Weimar bestand in der Erstellung und Entwicklung von Vorschriften, Ordnungen und Anweisungen für das Bauwesen. Coudrays Arbeiten in diesem Bereich waren wegweisend - eventuell sogar wichtiger als seine architektonischen Werke. Eine Vielzahl der aktuell in Deutschland geltenden Vorschriften im Bauwesen enthalten noch immer Elemente, welche Coudray entwickelte.