Hofstrasse

Die Hofstraße wurde als repräsentative Hauptstraße der kurtrierischen Haupt- und Residenzstadt Ehrenbreitstein angelegt. Sie war die gleichzeitige Verbindung der Residenz über die fliegende Rheinbrücke mit Koblenz und über die Chaussee mit Trier. Zuerst wurde nur die östliche, stadtseitige Häuserzeile errichtet. Die westliche, rheinseitige Häuserzeile wurde überwiegend durch Hofbaumeister Ravensteyn mit repräsentativen Wohnhäusern für die höheren Hofbeamten bebaut.

Am 24. August 1714 erging eine Verfügung des Kurfürsten Karl Joseph, Herzog von Lothringenüber über den Bau von fünf gleichen Reihenhäusern in der Hofstraße zwischen dem im Bau befindlichen Haus des Geheimrats Coenen und dem „spitzen Werk". Die Häuser mussten nach dem Plan des Hofbaumeisters Joseph Honorius Ravensteyn nach der Straße zehn Meter breit und drei Stockwerke hoch sein, die Grundstückslänge nach dem Rhein betrug 33 Meter. Die Hauseigentümer mussten auf eigene Kosten nach dem Rhein zu eine Mauer errichten. 1716 - 1718 wurde sie als erste Straße in Ehrenbreitstein gepflastert. Wegen des Baus der Bahntrasse und später wegen der Verlegung der B42 wurden viele rheinseitige Bauten abgerissen.

Heute ist die Hofstraße die einzige noch nicht im Rahmen der Stadtteil-Sanierung fertig gestellte Straße. Diese kann erst nach Fertigstellung des Ärztehauses erfolgen, der neuerdings auf Mitte 2016 terminiert ist. Schauen wir halt.

Hofstrasse 262

Hofstrass 265

Das Haus wurde von Hans Georg Stosten erbaut. Auch dieses Haus hat noch sein originales geschnitztes Treppengeländer. Hofrat von Metzen erwarb es 1782, 1840 gehörte es dann dem Rechtsanwalt Karl Etscheid. 1883 war der Kaufmann Josef Bomhofen der Eigentümer, wobei es fast 40 Jahre im Familienbesitz blieb. 1920 hatte der Rechtsanwalt und Notar, Justizrat Josef Broermann das Haus gekauft, 1938 war es im Besitz seiner Witwe. Das Haus war stark angegriffen und im Erdgeschoss unbewohnbar, es wurde im

Hofstrasse 268

Hofstrasse 268

Lukas Baur, der Erbauer des Hauses, war Schmied auf der Festung. 1782 hieß der Eigentümer des Hauses Hürter, 1840 gehörte es dem Rentner Philipp Breitbach. 1865 war es an die Familie von Roehl gegangen, in deren Besitz es bis 1904 war. Dann erwarb es der Regimentsschneider Johann Linnemeyer. Er baute das Gebäude im Stil der damaligen Zeit um. Die Front wurde rot verklinkert und das Zwerchhaus bekam einen geschwungenen Giebel, der heute allerdings wieder begradigt ist. Anfang der 50er Jahre befand sich hier im Haus eine Drogerie, später lange Jahre die Felsenapotheke.

Hofstrasse 270

Hofstrasse 270

Der Erbauer Theodor Reinerie war Soldat und Bürger im „Thal". Er betrieb in seinem Haus eine Gastwirtschaft. Ab 1782 hieß der Besitzer Müller, dann gehörte das Haus bis 1821 dem Richter Rosenbaum. Von ihm ging das Haus in den Besitz des Kreisgerichtsrats Bernhard Kaspar Neumann über. Um 1900 erwarb es der Klempnermeister Jakob Querbach , und dieser verkaufte es 1910 an den Klempnermeister Heinrich Busch. Den Erben Busch gehörte das Haus noch bis in die 50er Jahre. Ab Mitte der 30er Jahre hatte hier Valentin Klee sein Installationsgeschäft. Anfang der 50er Jahre war auf der rechten Hälfte des Hauses das Cafe Gerard, auf der linken Seite hatte die Firma Klee ihr Ladenlokal. 1982 erwarb die Stadt das Gebäude, die es für Sanierungsmaßnahmen an einen Investor weiterveräußerte. Heute wird darin ein Grill betrieben.

Hofstrasse 271

T-S-Hofstrasse271

Der Zeugwart auf der Festung Johann Georg Vollmarerbaute das Haus und und richtete im Haus die Gastwirtschaft „Zur goldenen Sonne" ein. 1782 ging es in den Besitz des Hauptmann Trapp über, 1840 an den Kaufmann Peter Helft.

1910 kaufte es der Klempnermeister Jakob Querbach, um es 1919 an den Mechanikermeister Jean Diehl zu veräußern, der hier eine Nähmaschinenhandlung eröffnete. Im März 1945 brannte das Haus bis auf die Außenmauern aus. 1953 wurde esw ieder aufgebaut und 1962 an Gertrud Rohrbacher verkauft. Die Familie Diewitz-Kanne erwarb Anfang der 50er Jahre das zerstörte Haus und baute es wieder auf. 1982 kaufte es die Stadt Koblenz.
 

Hofstrasse 273

Hofstrasse 273

Dreigeschossiger Mansarddachbau, 18. Jahrhundert

Hofstrasse 274

Hofstrasse 274

Dieses Barockgebäude wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von dem Hoftrompeter Johann Franz Faber 1708 an Stelle von zwei kleinen Bauten errichtet. Es hat noch seinen originalen, reich geschnitzten Zwerchgiebel, der zu einem Typ gehört, der ursprünglich in Ehrenbreitstein weit verbreitet war. 1709 eröffnete er hier eine Gastwirtschaft, die später „Zum goldenen Löwen" hieß und ein renommiertes Haus war. Die weiteren Eigentümer waren um 1780 die wohlhabende Kaufmannsfamilie Buschmann, ab 1799 der Kaufmann Johann Paul Hundhausen und seine Frau Anna Catharina (geborene Buschmann), 1857 der Kaufmann und Bankier Heymann Goldschmidt, danach erwarb es der Zimmermeister Wilhelm Hermann, dessen Witwe Margarethe Hermann es noch 1886 gehörte.
 1894 war der Lederhändler Philipp Seibert Besitzer des Gebäudes, von dem auch das Wappen über dem  Fenster stammen dürfte, doch bereits 1909 hatte es Arnold Blanckart erworben. Der eröffnete hier eine Kaffee- und Speisewirtschaft, die um 1920 als Konditorei und Cafe weitergeführt wurde. Das „Cafe Blanckart" bestand, in den letzten Jahren verpachtet, noch bis Mitte der 80er Jahre.

Hofstrasse 277

Das heute aus drei Häusern bestehende Anwesen bestand in seiner Glanzzeit aus fünf Gebäuden, es war 145 Jahre lang Gastwirtschaft und Hotel.
Das erste Haus wurde 1723 von dem Handelsmann Ludwig Gruber gebaut. Er eröffnete in seinem Neubau, den er „Zum weißen Ross" nannte, eine Gastwirtschaft. Es ist das heutige mittlere Haus, das die Jahreszahl 1723 trägt. Elf Jahre später, 1734, ließ der Gastwirt Franz Rolshausen links neben dieses Haus durch den kurtrierische Werkmeister Johann Georg Seiz das noch größere Gasthaus „Zum schönen Brunnen" bauen. Dieser wechselte öfter den Besitzer und auch den Namen. In nassauischer Zeit hieß das Gasthaus „Zum Herzog von Nassau". Das „Weiße Ross" ging 1742 an Hermann Gruber, den Sohn des Erbauers über, und 1754 an dessen Witwe, die den kurfürstlichen Jagdlakai Friedrich Groschopp heiratete. Das Ehepaar Groschopp baute 1763 quer vor den Schönen Brunnen, parallel zum Rhein, ein neues großes Hotel, das unter dem Namen „Weißes Ross" über 100 Jahre eines der bekanntesten Hotels am Mittelrhein war. 1825 kaufte es Peter Josef Groschopp. Bereits 1803 hatte die Familie Groschopp das dritte Haus in der Hofstraße gebaut und dort die Posthalterei eingerichtet. Nach dem Erwerb des „Herzog von Nassau", der durch einen Querbau mit dem „Weißen Ross" verbunden war, gehörte der Familie Groschopp ein Komplex in bester Lage am Rhein. Peter Josef Groschopp führte das Hotel mit seiner Frau über 40 Jahre. Nach dem Tod des Ehepaares (1858/60) war das Hotel noch ein paar Jahre verpachtet. Zum Teil wurden die Zimmer schon als Wohnungen vermietet.

1867 kaufte die Rheinische Eisenbahngesellschaft die gesamte Anlage,  um darin Wohnungen einzurichten - überwiegend für Mitarbeiter der Bahn. Beim Bau des Bahndamms ab 1868 konnte das am Rhein liegende Haus zunächst noch stehen bleiben, wurde aber 1914 bei der Verbreiterung abgerissen. 1928 verlegte der Drogist Otto Schumann seine Hansadrogerie von der Hofstraße 280 in das Eckhaus. Er ließ die Ladeneingänge in ihrer heutigen Form anlegen und rechts und links von den Eingangstüren je zwei Fenster zu einem großen Schaufenster umbauen. 1993 wurden alle im Hof befindlichen Schuppen und das Quergebäude zum Rhein hin abgerissen, um Platz für die Verlegung der B42 zwischen den Bahndamm und die Rückseite der Häuser zu schaffen.

Hofstrasse 278

Hofstrasse 278

Dieser dreigeschossige Mansardenbau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Auch hier besteht Sanierungsbedarf.

Hofstrasse 279

Hofstrasse 279

Dieser Putzbau mit geschweiftem Zwerchhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Hofstrasse 281 und 282

Hofstrasse 281

Hofstraße 281 (linkes Haus)

Der Ursprung dieses Gebäudes könnte Anfang des  17. Jahrhunderts liegen. Wahrscheinlich ist von dem alten Haus nur das unterste Geschoss erhalten geblieben, alles andere wurde später neu gebaut. Die alte Türeinfassung mit der Jahreszahl 1623 (in der Kapüzinerstraße) stammt mit großer Wahrscheinlichkeit noch vom ursprünglichen Bau, der schon vor 1800 dem Gastwirt Förg gehörte und „Zum goldenen Schiffchen" hieß. 1833 war das Haus an Hans Dominikus Funck gegangen, seine Witwe betrieb noch 1859 die Gastwirtschaft. 1883 war der Gastwirt Johann Friedrich Kreutz der Eigentümer, der das Haus wahrscheinlich aufstockte.

 Später führte dessen Sohn Fritz Kreutz das Gasthaus fort. Die Erben verkauften es an die Familie Ferrari, die es umbauen ließ und in ihr angrenzendes Hotel-Restaurant integrierten. Inzwischen ist hier wieder ein Hotel eröffnet worden, das Kulturhotel.

Hofstraße 282 (rechtes Haus, Hotel Hoegg)

An der Stelle des späteren Hotel Hoegg stand das 1675 gebaute Ehrenbreitsteiner Rathaus. Nachdem die Stadt 1833 das ehemalige Coenensche Haus als  Stadthaus erworben hatte, ließ sie ihr altes Rathaus Anfang 1834 versteigern. Beinahe wären schon damals beide Gebäude in die Hand eines Besitzers gekommen. Der Wirt Dominikus Funck, Eigentümer des Nachbarhauses 281, bot bis 1.995 Taler mit, sein Konkurrent, der Koblenzer Schlossermeister Heinrich Simon, erhielt aber dann bei 2.000 Talern den Zuschlag. Simon ließ das alte Rathaus, das noch ein Stück in die Straße stand, abreißen und baute das heute hier stehende Haus.

Das schöne geschnitzte Fachwerk des abgerissenen Rathauses wurde am Haus 132 in der Kapuzinerstraße angebracht, das um diese Zeit umgebaut wurde. Anfangs richtete Simon in seinem neuen Haus eine Manufaktur- und Wollwarenhandlung ein, die aber nur bis 1843 bestand. Am 15. Oktober 1843 wurde im Hause eine Gast- und Weinwirtschaft eröffnet. Die Witwe Simon verkaufte das Haus 1859 an den Gastwirt Michael Zerwas. 1883 erwarb der Gastwirt Franz Hoegg das Haus und nannte es „Zur schönen Aussicht".

1911 baute er es in seiner jetzigen Form um. Das Haus blieb bis nach dem Krieg im Besitz der Familie Hoegg und ging dann 1948 an den Neffen Gustav Ferrari über. Die Eheleute Ferrari kauften 1969 noch das danebenliegende ehemalige Hotel Kreutz. 1971 wurden beide Häuser miteinander verbunden und nach und nach vollständig renoviert. Im Rahmen einer aufwendigen Innensanierung wurden ab 1982 die Gästezimmer auf den Stand der Zeit gebracht, Hotel und Restaurant wurden von Gustav Ferrari (junior) und seiner Frau geführt. Heute wird das Haus als Wohnhaus genutzt.