Humboldtstrasse

Die Humboldtstraße wurde unter Kurfürst Johann Hugo von Orsbeck angelegt. Anlass war vermutlich der Bau der Heilig-Kreuz-Kirche, die sie über die Hofstrasse mit der Residenz verband. Sie erhielt den Namen „Kirchstrasse*. Das Kirchtor und ein 1731 erbautes zweistöckiges Wachhaus standen bis 1805 am oberen Ende.

In der Mitte die Kaserne für das kurtrierische Jägerbataillon, die für das ehemals durch die Sparkasse genutzte Haus abgebrochen wurde. Am unteren Ende stand bis 1844 das alte Ehrenbreitsteiner Rathaus, dessen Fachwerk am Haus 132 (Ecke Kapuzinerstrasse) angebracht wurde. hren jetzigen Namen bekam sie erst nach der Eingemeindung von Ehrenbreitstein nach Koblenz am 13. Juni  1938.  Namensgeber  ist der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt, der am 8. Oktober 1847 Ehrenbreitstein besuchte.

Humboldtstraße 126 - Oberlicht Haustür

Humboldtstrasse 126

Das Haus wurde 1705 von Meister Hans Jörg Schuhmacher gebaut. „Schuhmacher" war dabei der Beruf, nicht der Familienname. Auf den Lageplänen von 1697 und 1715 sind die Grundstücksbesitzer alle nur mit dem Vornamen und ihrem Beruf angegeben. Das Haus war ursprünglich zweistöckig und besaß ein ausgebautes Dachgeschoss. Eigentümer des Hauses waren 1857 war der Steueramtsassistent Franz Ludwig Degreß, 1883 der Wirt Wendelin Jörg und 1894 der Schreiner Johann Nikolaus Caspar. Von etwa 1913 bis 1925 gehörte das Gebäude dem Weingutsbe sitzer Johann Justen, anschließend unterhielt Josef Leichtle hier seine Weinwirtschaft. 1959 erwarb das Haus Wilhelm Seemann, der damalige Inhaber der Gastwirtschaft „Zum Schlösschen". Seemann ließ das Haus 1960 bis auf das untere Stockwerk abbrechen und baute es vollkommen um. Im neuen Haus wurde noch bis 1976 eine Gastwirtschaft betrieben. Es wird jetzt nur noch als Wohnhaus genutzt.

Humboldtstraße 127 / 130

Humboldtstrasse 127/130

Die beiden Häuser wurden 1710 von der kurfürstlichen Hofkammer als Wohnhäuser für die Hofräte Johann Peter ScheOen (127) und Franz Edmund Koch (130) gebaut. Weil der Hofkammer das Geld fehlte, liehen sich Koch und Scheben je 1000 Taler, Die beiden zweigeschossigen Gebäude waren als Doppelhäuser mit einem durchgehenden Dach angelegt. Sie hatten ein spitzes, steil abfallendes Dach mit zwei Reihen Dachgauben. Die untere Reihe hatte sechs Gauben und zwei Zwerchhäuser, die oben abgerundet waren« Zwischen den Zwerchhäusern befanden sich noch einmal vier Gauben. Das Wapppen des Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck befindet sich an der Stelle, wo früher die Eingangstür für 127 war. Der Eingang zu 130 befand sich wahrscheinlich in der rechten seitlichen Toreinfahrt. In kurfürstlicher Zeit wurden die beiden Häuser an Hofbeamte vermietet. Nach dem Zusammenbruch des Kurstaates (1802) verkaufte die Hofkammer ihre Immobilien in Ehrenbreitstein. Der jüdische Handelsmann Mayer Götz erwarb die beiden Häuser für seine Söhne Simon und Marx Mayer, die hier eine Lederhandlung betrieben. Nach Aufgabe der Lederhandlung wurden die Häuser vermietet, blieben aber im Besitz der Familie Mayer. 1883 gehörte 127 G. Mayer in Köln und 130 M. Mayer in Koblenz. 1888 erwarb der bischöfliche Stuhl in Trier zuerst das Haus 127 zur Neueinrichtung des Kapuzinerklosters, später auch das Gebäude 130. Erst 1905 erhielt das Doppelhaus sein heutiges Aussehen, das Dachgeschoss wurde zu einem dritten Stockwerk ausgebaut und die Hofeinfahrt, rechts neben 130, mit überbaut. In den 80er Jahren wurden die Klostergebäude vollkommen renoviert.

Humboldtstraße 128

Humboldtstrasse 128

Das Gebäude Humboldtstraße 128 besteht eigentlich aus zwei Häusern. Das linke Haus baute vor 1715 ein »Meister Metzen", das rechte entstand erst 1730. Das linke Haus wurde im vorigen Jahrhundert aufgestockt, das rechte Haus blieb in seiner ursprünglichen Form erhalten. 1857 gehörten beide Häuser dem Höftischler Peter Laux. 1883 war der Gastwirt Peter Müller Eigentümer. Ab 1885 bekamen die beiden Häuser die gemeinsame Hausnummer 128. Es blieb im Besitz der Familie Müller bis nach 1914. Danach ging es an Ida Henrichs, Witwe des gleichnamigen Schiffseigentümers. Seit dieser Zeit hieß es das „Henrichshaus". Es wurde von den Erben 1987 an die Stadt Koblenz verkauft. Die veräußerte das Objekt im Mai 1990 an die „Koblenzer Wohnungsbaugesellschaft". Das Unternehmen ließ das Gebäude vollständig sanieren und richtete im sozialen Wohnungsbau acht moderne Wohneinheiten ein.

Humboldtstraße 129 - Das Schlösschen

Humboldtstrasse 129 - Das Schlösschen

1696 kaufte der Hofzimmermeister Hans Georg Judas den Bauplatz für dieses Haus zusammen mit dem Bauplatz für sein Haus in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Er besaß somit das ganze Areal von der Friedrich-Wilhelm-Straße bis zur Humboldtstraße mit einer Länge von über 40 Metern und einer Breite zwischen 12 und 17 Metern. Wie üblich wechselte auch dieses Haus oft seine Besitzer.  1720 baute
Hofzimmermeister Hans Georg Judas für seine Tochter das ursprünglich zweigeschossige Gebäude 129, dessen ausgebautes Dach einst einen Zwerchgiebel besaß. 1759 erwarb es der Hofkammerrat Mainone. Danach waren die Besitzer der Hofrat Martin Bachofen von Echt, 1825 der Apotheker Franz Fröhlich,  1830 der Bäckermeister Jakob Hartmann.  Clemens Wenzeslaus Treine betrieb dann dort eine Gastwirtschaft.  Die Erben Treine verkauften das Gebäude 1860 an den Handelsmann Reinhold Seligmann. Dieser ließ das Haus aufstocken und den Balkon zur Straße hin anbringen. Seine Witwe verkaufte 1887 an Carl Rentmeister, der wiederum ein Jahr später an Franz Xaver Hartmann, der Restaurant und Weinwirtschaft betrieb. Das Haus blieb bis um 1980 im Familienbesitz. Die Wirtschaft war ab 1910 verpachtet. Das Lokal „Zum Schlösschen" bestand bis Anfang der 80er Jahre, das Haus selbst befand sich aber in einem desolaten Zustand. Im Großen und Ganzen war aber die Substanz des auf einem tonnengewölbten Bruchsteinkeller errichteten Gebäudes so befriedigend, dass es Dr. Joachim Kneis erwarb und es denkmalgerecht erneuern ließ.

Humboldtstraße 132

Humboldtstrasse 132

Mit Hilfe der Maueranker lässt sich das Baujahr des Gebäudes auf 1752 datieren. Ursprünglich hatte es eine andere Dachform. Als 1835 das 1671 erbaute Alte Rathaus - das ursprünglich an Stelle des heutigen Hotels Hoegg stand - abgerissen wurde, brachte man seine schöne geschnitzte Fachwerkfront an der Westseite des Hauses 132 an, das bei dieser Gelegenheit wohl auch aufgestockt wurde und seine jetzige Dachform erhielt.

1857 war der Tabakfabrikant Johann Wagner Eigentümer des Gebäudes. Er betrieb hier auch eine Zigarrenhandlung, bevor das Haus um 1883 an den Kaufmann Ferdinand Grohe ging. Als 1885 die Städtische Sparkasse in Ehrenbreitstein gegründet wurde, war Ferdinand Grohe der erste Kassenrendant.  Die Geschäftsräume befanden sich bis um die Jahrhundertwende bei ihm im Haus. Erst als 1897 die drei großen Gebäude 109, 116 und 120 gebaut wurden, zog die Sparkasse in ihr neues Domizil um. Der Bau 132 blieb bis Mitte der 30er Jahre im Besitz der Familie Grohe. 1938 war der neue Eigentümer der Steinbruchbesitzer Albert Peiffer.
Das Zigarrengeschäft betrieb der Kaufmann Toni Boes. Anfang der 50er Jahre kaufte der Schreinermeister Peter Höhne das Objekt von der Familie Pfeiffer. Er baute den Laden und die Ladenfront ganz um und eröffnete dort 1953 sein Möbelgeschäft.

Humboldtstraße 108

Ein gelungenes Beispiel für die behutsame Renovierung zeigt das Haus Humboldtstraße 108. Leider ist aus statischen Gründen der hübsche Erker entfallen.

Die Humboldtstraße wird bekannt

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Zum Thema  "Die Humboldtstraße in Koblenz-Ehrenbreitstein" hat die Fernsehsendung SWR Landesschau Rheinland-Pfalz einen Artikel mit Video veröffentlicht. Vielleicht können Sie sogar noch etwas erfahren, was Ihnen bisher unbekannt war, z.B. eine Kinderbuchautorin.

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