Sophie La Roche

Autorin

geboren: 6. Dezember 1730 in Kaufbeuren
gestorben: 18. Februar 1807 in Offenbach

Sophie La Roche wurde am 6. Dezember 1730 in Kaufbeuren als Sophie Gutermann geboren, entstammte einer angesehenen Augsburger Patrizierfamilie. Sie war die Jugendliebe ihres Vetters Christoph Martin Wieland, aber Sophie heiratete 1753 auf Schloß Warthausen bei Biberach Georg Michael Frank La Roche, den Adoptivsohn und Privatsekretär von Heinrich Friedrich Reichsgraf von Stadion, Geheimer Konferenzminister und Großhofmeister des Fürstbischofs von Mainz. Ihre 8 Kinder, von denen nur 5 das Kindesalter überlebten wurden im Stadionschen Schloß in Mainz geboren.

Ihr Haus in Ehrenbreitstein war ein beliebter Treffpunkt der geistigen Welt. Hier verkehrten neben vielen anderen der junge Goethe, der sich in ihre Tochter Maximiliane ("Maxe") verliebte, die Brüder Jacobi, Wieland und später auch Heine. Doch sie war nicht nur Gastgeberin, sondern auch selber Verfasserin vieler, damals gern gelesener, empfindsamer Briefromane (u.a. Fanny und Julia, Melusinens Sommerabende), deren Qualität die Werke Gellerts übertraf.

Vor allem die "Geschichte des Fräuleins von Sternheim", 1766 von Wieland herausgegeben, hatte beträchtlichen Einfluss auf die Dichter des Sturm und Drang. In ihrer Person spannt sich der Bogen von der Aufklärung bis zur Romantik, denn ihre Tochter Maximiliane heiratete 1793 den Kaufmann Brentano, zwei der zwölf Kinder des Paares, Bettina und Clemens, erlangten Weltruhm als Hauptvertreter der romantischen Dichtung. Vier der Kinder wurden im Haus in der Hofstraße in Ehrenbreitstein geboren

Sophie la Roche starb am 18. Februar 1807 in Offenbach. Zu ihrem 275. Geburtstag am 6. Dezember 2005 hat die Stadt Speyer im sogenannten Hohenfeldschen Haus, in der Maximilianstraße 99, eine Gedenkstätte eröffnet, die an ihr Wirken in der Domstadt erinnert.