Johann VIII. Hugo von Orsbeck

Erzbischof und Kurfürst von Trier

geboren: 13. oder 30. Januar 1634 auf Burg Großvernich bei Weilerswist;
gestorben: 6. Januar 1711 auf Schloss Philippsburg in Ehrenbreitstein oder auf der Alten Burg in der Koblenzer Altstadt

Johann Hugo von Orsbeck war von 1675 bis 1711 Bischof von Speyer und als Johann VIII. von 1676 bis 1711 Erzbischof und Kurfürst von Trier.

Bereits am 2. Januar 1672 war Johann Hugo von seinem Onkel Karl Kaspar von der Leyen zum Koadjutor und Nachfolger bestimmt worden. Nach dessen Tod am 1. Juni 1676 bestieg er im Alter von 42 Jahren den erzbischöflichen Stuhl und erlangte damit auch die Kurwürde, nachdem er 1675 bereits Bischof von Speyer geworden war.

In seine Regierungszeit fielen drei der verheerendsten Kriege seiner Zeit, die das durch den Dreißigjährigen Krieg bereits stark zerstörte und verarmte Land erneut schwer heimsuchten. Dies waren bis 1659 die Endphase des Französisch-Holländischen Krieges, den der französische König Ludwig XIV. gegen die Niederlande führte, der Pfälzische Erbfolgekrieg von 1688 bis 1697, der als einer der schlimmsten Kriege der Zeit gilt, sowie der Spanische Erbfolgekrieg, der von 1701 bis 1714 dauerte.

Dementsprechend begann Johann Hugo seine Regierungszeit mit einer Forderung an die Landstände in Höhe von 150.000 Talern, von denen er aber nur 86.000 erhielt, da das Land zur Aufbringung einer höheren Summe zu arm sei. Von den „Reunionen“ genannten Annexionen von Reichsgebiet durch Ludwig XIV. war auch das Erzstift Trier stark betroffen. Johann Hugo protestierte zwar am 22. Juni 1680 bei Kaiser Leopold I. und bat um die Hilfe des Reiches. Doch die Bitte hatte wegen der frankreichfreundlichen Politik der anderen Reichsstände und der Schwäche des Kaisertums gegenüber Frankreich keinen Erfolg.

Im Juni und Juli des Jahres 1684 wurde nach der Eroberung Luxemburgs auch die Stadt Trier von französischen Truppen besetzt. Nach Ausbruch des Pfälzischen Erbfolgekrieges 1688 wurde das Erzstift fast vollständig von Frankreich besetzt und musste zudem starke Zerstörungen hinnehmen. So gingen die Städte Cochem, Mayen, Wittlich und andere in Flammen auf. Aufgrund des für das Reich unglücklichen Kriegsverlaufes blieb das Erzstift in der Hand der Franzosen.

Noch während des Krieges, am 24. Januar 1690, nahm Johann Hugo an der Wahl des erst 11-jährigen Joseph I., des Sohnes von Leopold, zum römisch-deutschen König teil. Als es im Jahre 1692 Auseinandersetzungen innerhalb des Kurfürstenkollegiums wegen der Erhebung Hannovers zum neunten Kurfürstentum gab, stand Johann Hugo auf der Seite Kurkölns und der Kurpfalz, die diese Erhebung ablehnten.

Bald nach Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges trat der Kurfürst am 8. Mai 1702 durch ein Bündnis mit England und den niederländischen Generalstaaten der Allianz gegen Frankreich bei. In diesem Bündnis wurde ihm der möglichste Schutz des Erzstiftes und der Stadt Trier gegen Frankreich zugesichert, was sich aber als trügerisch erwies. Bereits im Oktober 1702 eroberte der französische General Tallard Trier und Teile des Erzstiftes, was erneut zu großen Zerstörungen führte. Erst nach dem Sieg in der Schlacht von Höchstädt gelang Ende Oktober 1704 durch englische Truppen zumindest eine zeitweise Rückeroberung.

Johann Hugo, der aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen, in die das Erzstift verwickelt war, kaum persönlich wirken konnte, ernannte am 24. September 1710 den Bischof Karl Joseph von Lothringen, den zweiten Sohn des Herzogs von Lothringen, zu seinem Koadjutor und Nachfolger. Bald darauf verstarb Johann Hugo 77-jährig nach 35 Jahren Herrschaft, die fast ausschließlich durch Krieg geprägt waren.