Parken in Ehrenbreitstein

Die Parksituation in Ehrenbreitstein ist nicht ganz unproblematisch. Einerseites gilt es, den Interessen der Bewohner, Erwachsenen wie Kindern, Rechnung zu tragen, andererseits gilt es auch, den berechtigten Interessen von ansässigen Betrieben, Ärzten, Gastronomen und Künstlern gerecht zu werden. Und das betrifft auch und hauptsächlich den Autoverkehr. Derzeit ist der größte Bereich in Ehrenbreitstein, vom Kapuzinerplatz bis zum Wendehammer der Hofstraße und vom Obertal bis zum Kolonnenweg, eine verkehrsberuhigte Zone, in welcher das Parken nur nach den vorgegebenen Punkten der Straßenverkehrsordnung erlaubt ist: in eingezeichneten Parktaschen. Das steht so in der StVO, scheint aber vielen Autofahrern total unbekannt zu sein.

Es sind Anwohnerparkplätze ausgewiesen, also Parkplätze, die den Anwohnern mit Berechtigungsausweis vorbehalten sind, es sind Parkplätze ausgewiesen, auf denen das Parken nur mit einem Parkschein erlaubt ist, und es gibt Parkplätze, auf denen eine Parkscheibe benutzt werden muß. Daß man, in diesem Falle die Stadt Koblenz, es nicht allen Recht machen kann, wird deutlich, wenn man die verschiedenen Meinungen zu der jetzigen Regelung hört. Die Bewohner sind eigentlich zufrieden, auch die Fahrzeugeigentümer, sind doch ausreichend Parkplätze vorhanden, jedoch nicht unentgeltlich. Die Gewerbetreibenden hätten gerne jeder einen eigenen Kundenparkplatz möglichst vor der Haustür. Das ist verständlich.

Schaut man aber einmal, daß es vom öffentlichen Parkplatz unter der B 42, und zwar im südlichen Teil gegenüber des Kapuzinerplatzes, bis zur Friedrich-Wilhelm-Straße, also im Zentrum des Dahls, gerade mal Luftlinie 250 m sind, relativiert sich die Entfernung doch sehr. Einzelfällen wie unseren gehbehinderten Mitbürgern, wird das nicht unbedingt gerecht, aber hier lassen sich auch andere Möglichkeiten finden. Zum Beispiel könnte in jeder Straße, Humboldtstraße, Friedrich-Wilhelm-Straße und auf dem Platz zwischen Lielsgasse und Wambachstraße, ein Behindertenparkplatz angelegt werden. Das wäre sinnvoller, als in unmittelbarer Umgebung, also im Umkreis von 50 m, von Zweirad-Mitschke 15 solcher Plätze anzulegen.

Also im Großen und Ganzen sind wir Bewohner von Ehrenbreitstein mit der Situation doch ganz zufrieden. Oder? Nur auf unsere Autos in unserer unmittelbaren Nähe wollen wir nicht verzichten.

Reinhard Kallenbach schreibt am 30.4.2016 dazu in der Rheinzeitung:
“Den Clemensplatz entgrünen oder den Münzplatz planieren, um Parkplätze zu schaffen und bei der Gelegenheit gleich das Kapuzinerkloster einebnen, um auch die Bedürfnisse automobiler Dähler zu befriedigen-und das alles natürlich ohne Parkraumbewirtschaftung. Das wäre doch was! Aber mal im Ernst: Wieso soll die Allgemeinheit die Bequemlichkeit einzelner subventionieren?”

Richtig. Das kann nicht sein. Die Wohnqualität einschränken, alle Straßen mit Autos zustellen, nur um den Autobesitzern das Leben zu erleichtern. Das ist keine Änderung zum Guten, sondern eine Einschränkung besonders für Kinder und ältere Mitbürger. Wer kann das wirklich wollen?

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