Franz Georg von Schönborn-Buchheim

Erzbischof un Kurfürst

geboren: 15. Juni 1682 in Mainz
gestorben: 18. Januar 1756 in Schloss Philippsburg

Franz Georg war das neunte Kind des kurmainzischen Staatsministers Melchior Friedrich von Schönborn (1644–1717) und der Neffe des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn (1655–1729). Seine älteren Brüder waren die (Fürst-)Bischöfe Johann Philipp Franz von Schönborn, Friedrich Carl von Schönborn und Hugo Damian von Schönborn. Außerdem hatte er drei jüngere Brüder und sieben Schwestern.

Seine Jugendzeit verbrachte er in Aschaffenburg, wo er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Marquard Wilhelm (1683–1770) das Jesuitenkolleg besuchte und am 19. Dezember 1695 durch den Empfang der Tonsur in den geistlichen Stand aufgenommen wurde. Gemeinsam mit dem Bruder wurde er im Jahr 1700 Domizellar am Domstift St. Peter in Trier, zu Beginn des Folgejahrs Domherr. Am 4. Mai 1701 wurde Franz Georg von Papst Klemens XI. zum Stiftspropst von St. Moritz in Augsburg berufen, wo er sich ab September aufhielt. Ab 1702 studierte er, abermals gemeinsam mit Marquard Wilhelm, in Salzburg Kirchenrecht, Philosophie und Theologie. Nach Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges verließen die Brüder das unsichere Salzburg und gelangten nach Italien. Auf Geheiß des Vaters setzten sie ihre Studien in Siena fort, wo hauptsächlich Zivilrecht sowie Geographie und Geschichte gelehrt wurde. Nachdem die Brüder im Sommer 1704 kurz in der Heimat waren, wurden sie vom Vater an die Universität Leiden geschickt, um bis 1706 ihre juristischen Studien fortzusetzen. Bereits während ihrer Studienzeit waren die Brüder weitgereist und vom Papst und verschiedenen Fürstenhöfen empfangen worden. Nach dem Ende des Studiums in Leiden trennten sich jedoch ihre Wege. Marquard Wilhelm fand seinen Wirkungskreis bei Bamberg, während Franz Georg immer wieder nach Trier zurückkehren würde.

Sein Onkel Lothar Franz von Schönborn ernannte Franz Georg zum kurmainzischen Gesandten beim Vatikan, anschließend hatte er Karl VI. in Barcelona die Nachricht von dessen Kaiserwahl zu überbringen, wofür er mit dem Ritterorden des hl. Jakobus von Compostela ausgezeichnet wurde. Bei der Kaiserkrönung 1711 in Frankfurt am Main, vollzogen durch seinen Onkel, Erzkanzler Lothar Franz von Schönborn, vertrat Franz Georg den abwesenden Reichserbkämmerer und rückte dadurch zum kaiserlichen Kammerherrn auf. Im Folgejahr 1712 wurde er Reichshofrat, 1713 war er Gesandter des Fränkischen Kreises beim Friedenskongress in Utrecht, 1717 wurde er kaiserlicher Geheimrat.

Als sein Mainzer Onkel 1729 starb und der bisherige Trierer Erzbischof in Mainz die Nachfolge antrat, war Franz Georg der aussichtsreichste Kandidat für die Kur-Nachfolge in Trier. Er wurde 1729 einstimmig gewählt und durch seinen Bruder Friedrich Carl zum Priester und Bischof geweiht. Dank päpstlicher Protektion wurde er drei Jahre später auch Fürstbischof von Worms und Fürstpropst von Ellwangen.

Politisch hielt er eng zu Habsburg und sah daher seine Kurlande in der ersten Hälfte seiner Regierungszeit ständig in die Konflikte der Großmächte verwickelt. In der zweiten Hälfte seiner Regierung zog er sich aus der Reichspolitik zurück und konzentrierte sich auf Verwaltung und Bauprojekte – u. a. die Gesamtanlage der barocken Residenz zu Ellwangen (1737–1753). Ab 1739 erweiterte er seine Residenz bei Koblenz, das Schloss Philippsburg in Ehrenbreitstein, um den Dikasterialbau. Vermutlich 1741 ließ er durch Balthasar Neumann, den Hofbaumeister seines Bruders Friedrich Carl, ein neues Gotteshaus für seinen Sommersitz, das pfälzische Dirmstein, planen, die berühmte barocke Zweikirche St. Laurentius, die 1746 geweiht wurde. In Kesselheim ließ er bis 1752 das Jagdschloss Schönbornslust errichten, dass aber bereits nach Eroberung durch französische Revolutionstruppen 1794 wieder zerstört wurde.

Obwohl selbst fromm, stand Franz Georg der Aufklärung aufgeschlossen gegenüber und strebte eine Hebung der Volksbildung an. Auch verbot er einige Volksbräuche, Wallfahrten, Feiertage und den Exorzismus.

Gegen Ende seines Lebens musste er den Niedergang der Macht seiner Familie im Reich erkennen und starb, mit Ausnahme seines jüngsten Bruders Marquard Wilhelm von Schönborn (Dompropst von Eichstätt und von Bamberg, 1683–1770), als letzter seiner Brüder, nach längerer Krankheit in seinem Schloss Philippsburg. Sein Herz und seine Eingeweide wurden in der Heilig-Kreuz-Kirche zu Ehrenbreitstein, sein Leichnam im Dom zu Trier beigesetzt.